Auf ins gelobte Land – von Adrian Mannhardt & Philip  Jakob

So langsam verdrängte der Herbst den Sommer und nun war es endlich soweit, ich startete einen Trip nach Frankreich. Mit meinem Hund Maja an Board ging es in den Norden Frankreichs. Zugegebenermaßen waren die Bedingungen für die Flachlandseen keine guten. Sie lieben Tiefdruck, Wind und Regen, aber genau das Gegenteil war zu erwarten. Mit einigen Tagen Urlaub im Gepäck kam ich am Gewässer an. Ich traf mich mit meinem Freund Philip Jakob, der schon seit 2 Tagen am See fischte.

 

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Sein Fazit bis dahin war eher ernüchternd. Der See war wie tot. Da Philip eher im mittleren Teil des Gewässers saß entschlossen wir kurzerhand zusammen den Platz zu wechseln. Die Entscheidung fiel auf einen tieferen Bereich Richtung Staumauer. Wir verteilten unsere Ruten und setzten auf kleine aber effektive Fallen. Zum Einsatz kam der neue Prototyp und GLM Boilies.

 

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Diese verfeinerten wir mit dem Bloodworm Extrakt Liquid die zum einen Teil aus ganzen, roten Zuckmückenlarven besteht. Genau das richtige für unsere Situation, denn dies ist einer der Hauptnahrungsquellen an solchen Flachlandseen.

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Es dauerte nicht all zu lang da meldete sich Philips Rute mit dem Prototypen. Zaghaft zog der Fisch ab. Schnell ins Boot und raus zum Fisch. Nach einem aufregenden Drill lag ein wunderschöner, kleinerer Fisch in den Maschen. . Wir waren beide unglaublich happy.

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Die nächsten Stunden passierte leider nichts mehr. Wir genossen beide die Stunden am Wasser, den herrlichen Sonnenuntergang und plauderten stundenlang. Nach weiteren 12 Stunden ohne Aktion war die Stimmung etwas getrübt. Und was macht man genau in solchen Fällen, moven! Mein Freund Philip musste leider schon die Heimreise antreten und ich zog mit Maja in einen anderen Seeteil, und bekanntlich sagt man ja, moven bringt neue Motivation

 

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Am neuen Platz angekommen stieg diese auch wieder. Ich fuhr in eine flache Bucht und mich begrüßten 2 Fische die sich durch lautes klatschen an der Oberfläche bemerkbar machten. Schnell baute ich mein Camp auf und legte die Ruten. Wie anfangs erwähnt waren die Bedingungen eher kontraproduktiv, kaum Wind und leicht steigender Luftdruck. Aber für die kommenden Tage waren kühle Nächte angesagt. Nach meiner Erfahrung nach könnte das unsere beschuppten Freunde vielleicht in Beißlaune versetzen. Ich genoss die Abendstimmung mit meinem Hund Maja und trank dabei ein gutes Kronebourg und entspannte.

 

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Am Vormittag dann rannte plötzlich meine Ruten los. Mit voller Kraft zog der Fisch Meter für Meter Schnur von der Rolle. Nach einem heftigen Drill konnte ich einen kräftigen Schuppi verhaften. Yes!

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Leider passierte danach wieder nicht viel, dabei hatte es doch so gut angefangen. So entschloss ich mich das Tackle wieder zu packen und an einen anderen Seeteil zu fahren. Schließlich hatte ich noch 5 Tage Zeit und dies wollte ich effektiv nutzen und nicht nur aussitzen.

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Als ich am neuen Platz angekommen war machte ich erstmal Location. Ich fuhr die mir bekannten Plätze an und musste feststellen das kein einziger Angler mehr am See war. Da kamen in mir die Fragen auf, lief es hier genauso schleppend wie bei mir? So bezog ich einen Platz zentral im See.

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Ich fütterte weiter relativ wenig aber dafür attraktiv. Zum Einsatz kamen diesmal Fruity Zing als Hakenköder um noch etwas Farbe ins Spiel zu bringen, dazu fütterte ich ein paar GLM Extrakt Pellets hinterher. Das sollte auch schon reichen. Weniger ist manchmal mehr.

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Der leichte morgendliche Nebel lag über dem See und die Stimmung war atemberaubend. Da gab es plötzlich zwei kurze Piepser, und dann rannte die Rute los als gäbe es kein Morgen mehr. Der Fisch legte sich voll ins Zeug es gelang ihm immer wieder ewig lange Fluchten doch letztendlich ging alles gut und die Maschen meines Keschers umschlossen den Fisch. Was für ein irrer Kampf und was für eine Perle den der See mir schenkte. Wahnsinn.

Der letzte Tag brach an, leider gab es keine Aktion und Aktivität. Etwas enttäuscht saß ich mit Maja hinter den Ruten und war mit den Gedanken schon auf dem Heimweg. Da klingelte wie aus dem Nichts eine Rute. Der Fisch zog ganz langsam los. Ich nahm die Rute auf und spürte gleich heftigen Widerstand. Als ich mit dem Boot über dem Fisch war stand dieser ganz tief am Grund und die Rute war bis ins Handteil krumm. Ich wusste sofort das muss ein richtig guter sein. Die Anspannung in mir wuchs immer mehr. Als er das erste Mal die Wasseroberfläche durchbrach stockte mit der Atem. Ich sah das der Haken sehr knapp saß und drillte mit aller Vorsicht weiter. Der Drill dauerte eine gefühlte Ewigkeit, doch dann war der Moment gekommen, mein Gegner lag ausgedrillt an der Wasseroberfläche und ich konnte ihn Keschern. Sprachlos, erschöpft und überglücklich saß ich im Boot und konnte mein Glück kaum fassen. Am Ufer angekommen begutachtete ich den Fisch. Die Waage blieb dann bei weit Ü25kg stehen. Was für ein Ausnahmefisch.

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Mit diesen letzten Eindrücken packte ich total geflasht mein Tackle zusammen und fuhr nach Hause. Wieder einmal mehr hat sich gezeigt wie wichtig es ist an diesen Gewässern mobil zu bleiben und hart zu arbeiten. Dazu kommt Vertrauen in die Köder und seine eigene Angelei.

Adrian Mannhardt
Team P.R. Baits