Mein Frühling 2022

Wer kennt es nicht? Der Drang endlich wieder raus zu gehen und in der warmen Frühjahrssonne zu sitzen und unseren beschuppten Freunden nachzustellen. Der kräftezehrende Winter neigte sich so langsam aber sicher dem Ende. Die warme Märzsonne hauchte den Gewässern wieder Leben ein und erweckte die Natur aus ihrem Winterschlaf.

Genau das war der Startschuss in meine Frühjahresangelei!

Nach einer ersten warmen Periode beschloss ich ans Wasser zu fahren. Die Vorzeichen standen relativ gut. Die Frühjahressonne erwärmte die oberen Wasserschichten und kratzte die 10 Grad Marke. Ein Blick auf meine Wetter-App sagte aber leider nichts Gutes voraus.

Eine Kältefront war in Anmarsch. Die letzten 2 Wochen mildes Wetter waren nun vorbei und nun wurde ein krasser Wetterwechsel angesagt. Aber wer nicht raus geht kann auch keine Fische fangen.

Ich fütterte zwei mal spärlich vor, zum Einsatz kamen hier Groundbait, Boilieteig und zwei Hände voll Boilies. Zu der Jahreszeit gilt die Devise, weniger ist manchmal mehr. Ich versuchte die Fische mit wenig aber hoch attraktiven Futter zum fressen zu animieren.

Wenig Futter, dafür hochattraktiv!

Nun stand sie an die erste Nacht des Jahres. Und was soll ich sagen, aus einer Session bei sonnig warmen Temperaturen wurde eine echte Wintersession. Der in der Nacht aufkommende Regen ging gegen Morgen in Schneeregen über. Meine Motivation war gefühlt bei 0 als ich morgens aus dem Brolly schaute und meinen Kaffee trank.

Doch da kam ein Piep, und danach noch einer… Ich ging zur Rute. Der Bobbin hing oben am Blank. Langsam knatterte die Rolle los. Der erst Lauf des Jahres, yes!

Sicher drillte ich den Fisch und konnte ihn abschöpfen. Da stand ich nun, Ende März im Schneeregen mit dem ersten Fisch des Jahres 2022. Kein Riese, aber zu der Jahreszeit und bei den Bedingungen zählt einfach jede Aktion. Der Köder war in diesem Fall ein 20mm Tasty Tuna mit einem weißen 14mm Fluolight Popup. Schnell lichtete ich den Fisch ab und packte meine Sachen zusammen.

 
 
Der erste Fisch des Jahres - immer eine besondere Erinnerung!

Die Oster-Session

Am Donnerstag vor Ostern war es wieder soweit, ich packte mein Tackle ins Auto und fuhr ans Wasser. Das Wetter war nicht optimal, aber man muss angeln gehen, wenn man Zeit hat. Kalter Nordost Wind war angesagt und dazu ein sehr hoher Luftdruck machten die Sache nicht einfacher. Ich stellte nur kleine Fallen mit wenig Beifutter.

Bis zum nächsten Morgen blieben die Bissanzeiger stumm. Im Laufe des Vormittags kamen immer mehr und mehr Angler ans Gewässer, bis Nachmittag war der See dann fast voll mit anderen Anglern. Keine einfache Aufgabe hier noch den ein oder anderen Fisch ans Band zu bekommen. Ich blieb meiner Taktik treu, stellte nur Fallen am Holz und setzte auf auffällige Köder in Form von Fluolight Pop Ups in grellen Farben.

 

Fallenstellen im Frühjahr!

Am zweiten Morgen gegen 8 Uhr bekam ich einen Lauf. Sofort war ich an der Rute um den Fisch vom Holz fernzuhalten. Dies klappte perfekt und ich konnte den ersten Fisch fangen.

Es war nicht der größte, aber ich war der einzige mit Aktion am See. Meine Taktikwahl war also nicht verkehrt. Der komplette Tag blieb wieder ruhig und am Morgen darauf bekam ich wieder einen Biss am Holz. Wieder war ich sofort an der Rute und versuchte den Fisch wegzuziehen.

Diesmal klappte dies aber leider nicht so gut wie beim ersten Mal. Der Fisch stieg leider aus. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man!

Wer den kleinen nicht ehrt, ist den großen nicht wert!

Da immer mehr Angler am See ankamen beschloss ich zusammen zu packen und an einen anderen See zu moven. Für mich machte es einfach keinen Sinn hier weiter zu angeln. Gefühlt hundert Schnüre die durch das Wasser liefen machten es fast unmöglich noch an Fisch zu kommen.

Am neuen See angekommen staunte ich nicht schlecht. Keine Menschenseele war hier. So wurden schnell die Ruten scharf gemacht. Die Ruten waren wieder im Rennen. Die Ruten waren jeweils mit einem Pop Up in verschiedenen Farben als Schneemann Montage bestückt. Dazu mischte ich mir hoch attraktives Futter bestehend aus Groundbait, gecrushten und halbierten Boilies , Extrakt Pellets und einen ordentlichen Schluck Liquid an.

Schneemänner mit Fluolight Pop Ups
Beifutter in Form von hochwasserlöslichen Extrakt Pellets

Die Ruten lagen keine 2 Stunden schon kam der erste Biss. Es war die Rute mit dem Schneemann die ich an einem kleinen Krautfeld platzierte. Die Falle schnappte zu und ich konnte den nächsten Fisch verbuchen. Schnell war die Rute wieder am Krautfeld platziert.

Die Bissanzeiger blieben aber stumm. Der stramme Wind aus Nordost drückte in mein Areal was ich befischte und mischte das warme Oberflächenwasser mit dem kälteren Tiefenwasser. Hierbei nutze ich immer mein GTM um festzustellen bis auf welche Tiefe sich das Wasser vermischt. Dieses Tool hat mir definitiv den ein oder anderen Fisch mehr im Frühjahr beschert. Der Luftdruck viel nun auch konstant und ich machte mir große Hoffnungen für die nächsten Stunden der Session.

Die Microns schwiegen aber wieder die ganze Nacht trotz der guten Bedingungen. Als es am Morgen hell wurde saß ich mit einer Tasse Kaffee hinter den Ruten und beobachtete den See. Es war überall Aktivitäten zu sehen, die Fische sprangen im ganzen See, als ob jemand den berühmten Schalter umgelegt hatte.

Ich dachte mir, jetzt muss doch was laufen. Den Gedanken nicht einmal zu Ende gedacht, schoss die Rute die am Kraut lag los. Der Fisch fand nach zähem Kampf den Weg in die Maschen meines Keschers.

Gerade als ich den Fisch versorgen wollte rennt die andere Rute auch los. Was ist denn jetzt los? Erst stundenlange Ruhe und dann rattern 2 Ruten fast gleichzeitig los. Den zweiten Fisch konnte ich auch abschöpfen und ich war überglücklich.

Dick und Kugelrund - so hab ich es am liebsten!

Jetzt war ich richtig gespannt was an diesem Tag noch passieren sollte. Dieser berühmte Satz „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ beschreibt es am besten. Den ganzen Tag über liefen Fische und ich kam kaum hinterher die Fische zu versorgen. Meist war immer nur eine Rute im Rennen da die andere wieder ablief.

Aber mal ganze ehrlich, genau das wünschen wir uns doch allemal, dass die Arbeit, die man sich macht, auch belohnt wird. Es war kaum in Worte zu fassen was hier abging. Der Tag verging wie im Flug und als es zum Abend hin dann ruhiger wurde viel ich tot müde aber überglücklich auf meine Liege. Für die Nacht bestückte ich meine Ruten mit Bodenköder.

Hierbei kamen GLM und Tasty Tuna Boilies zum Einsatz. Es passierte dann leider nichts mehr, obwohl ich zugeben muss das mir die Mütze voll Schlaf sehr gut getan hatte. Als das erste Tageslicht mich weckte lief dann wieder eine meiner Ruten ab. Tasty Tuna hatte zugeschlagen! Der Wechsel auf die Bodenköder war genau die richtige Wahl.

Ich genoss die Morgenstimmung am Gewässer und schmiedete in Gedanken schon wieder neue Pläne. Ich packte meinen Kram langsam ins Auto ließ die letzten Tage noch einmal Revue passieren. Doch da meldete sich die Rute mit dem GLM Boilie. Drei oder Vier Piepser gab die Rute von sich. Als ich die Rute aufnahm merkte ich sofort einen sehr guten Widerstand. Der Fisch macht ordentlich Druck und schwamm an der abfallenden Kante die vor meinen Füßen lag hoch und runter. Ich drillte mit aller Vorsicht. Der erste Versuch den Fisch zu Keschern klappte prompt und zum Vorschein kam ein richtiges Schuppenbrett.

Es war einfach nicht zu fassen! Was für ein geiler Abschluss dieser Session. Nachdem der Fisch versorgt war begab mich auf den Heimweg. Für mich ist dieses Frühjahr jetzt schon ein voller Erfolg und mal schauen was das restliche Jahr noch alles mit sich bringt.

Was für ein markanter Schuppi - wahnsinn!
Maja wollte auch noch kurz mit auf´s Foto 🙂

In diesem Sinne wünsche ich euch ein genauso fängiges Jahr 2022 wie meins begonnen hat.

Tight Lines,

Adrian Mannhardt
Team P.R. Baits