Fangrausch vor Traumkulisse – Karpfenangeln in Südfrankreich

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Langsam fließt das Wasser an mir vorbei, während ich meinen Blick von der steinernen Burg, die über dem kleinen Fluss thront kaum lösen kann – was ein wunderbares Fleckchen Erde und ich freue mich bereits darauf, meine Tage am Fluss mit euch in Videoform teilen zu können.

Viel zu schnell ging dieses kleine Abenteuer zu Ende, doch mir bleiben noch 24 Stunden in Frankreich, ehe ich den Heimweg nach Deutschland antreten muss. Gedankenversunken scrolle ich durch Google Maps. Die Landkarte ist von Stecknadeln überzogen. So viele Möglichkeiten und Gewässer. Schließlich halt ich bei einem See, inmitten der Alpen gelegen, inne. Nicht gerade auf dem Heimweg, doch der kleine Umweg könnte sich lohnen. Weitere Recherchen ergeben: Nachtangelgewässer, Boot erlaubt! Habe ich hier etwa ein kleines Paradies entdeckt? Die Entscheidung ist gefallen und die Vorfreude lässt den Abschied am Fluss nun nicht mehr so melancholisch ausfallen.

Alpen, ich komme!

Am nächsten Tag klingelt zeitig der Wecker. Ein gutes Stück auf der Autobahn liegt vor mir, doch mit guter Unterhaltung im Auto und der Vorfreude auf den See, verfliegt die Zeit wie im Flug. Kurz denke ich an den Rückweg im letzten Jahr, bei dem ich auch in den Alpen stoppte und einen urigen Spiegler fing – good times!

Trotz des frühen Aufbruchs dämmert es bereits, als ich in die schmale Straße zum See einbiege. Einige Zelte kann ich ausmachen und einige Wohnmobile – typisch für ein Nachtangelgewässer. Ich entschließe mich für eine kurze Erkundungsrunde mit meinem modifizierten Transport 150 Boot und präpariere ein, zwei Plätze mit einer attraktiven Fruity Zing / Saure Biene Mischung, ehe ich erschöpft auf die Liege falle. Die anstrengenden Tage am Fluss zehren noch immer an mir und der Wecker am nächsten Morgen soll mich bereits bei Tagesanbruch aus dem Schlaf reißen.

Anders als man denkt

Doch soweit kommt es erst gar nicht. Im Morgengrauen erleuchten Taschenlampen das friedliche Seeufer – die Garde de Peche ist da.

Es stellt sich heraus, dass die Informationen im Internet falsch waren – doch kein Nachtangeln. Ich habe Glück, schließlich waren meine Ruten noch an Land, doch rund um den See bricht plötzlich das Chaos aus. Autotüren gehen auf, Tackle wird panisch verstaut und die brummenden Motoren verraten mir, dass ich wohl bald der einzige Angler am See sein werde. Glück gehabt!

Als sich die Situation wieder beruhigt hat, steige ich in mein mit Paddeln versehendes Transporter und steuere die am Vorabend gefütterten Plätze an. Ein paar kleinere Karpfen sehe ich panisch davonhuschen. Auf diese Kammeraden habe ich es nicht abgesehen, sehr wohl aber auf ihre größeren Brüder und Schwestern. Dass scheinen diese Fischen aber nicht mitbekommen zu haben, denn kaum liegt die dritte Rute im kühlen Nass, stürzen die Karpfen – allesamt der 5-8 Kilo Klasse angehörig – über meine Rigs her. Drillen, neu montieren, ablegen, nachfüttern – die Fische halten mich den ganzen Vormittag auf Trapp. Nur die vierte Rute, mit einem kleinen gelben Pop Up am Multi Rig angeboten, bleibt unberührt.

Fluolight Pop Ups mit dem neuen (bald erhältlichen) Attractor Spray

Sind hier etwa keine Fische in der Nähe, oder hat sich die Montage beim Ablegen zu tief in das Sediment gegraben? Ich bin zu Müde, um sie zu kontrollieren und tausche an den drei anderen Ruten die Pop Ups gegen 24er Fruity Zings und Saure Biene am Stiff-Rig. „Jetzt ist hier erstmal Ruhe“, denke ich mir und tatsächlich scheint die hinter den Bergen aufgehende Sonne samt Hakenködergröße eine Beißpause einzuläuten.

Mittagslethargie

Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel und immer mehr Badegäste treffen an den Ufern des Sees ein. Mit der Drohne kontrolliere ich die Bucht und kann nur noch einzelne Fische entdecken. Ich beschließe die Pause, die die Fische mir gönnen zu nutzen und lege mich gerade zu einem kleinen Nickerchen auf meiner Liege ab, da pfeift die vierte, totgeglaubte Rute plötzlich ab.

 „Der Biss ist irgendwie anders“, denke ich mir, als ich auf dem Transporter kniend langsam dem Fisch entgegentreibe. Weniger panisch und schnell, eher langsam aber entschlossen zog der Fisch ab. „Könnt ein besserer Fisch sein!“. Aber diese Hoffnung hatte ich auch am Vormittag bei den anderen Fischen und der Hakenköder war wiedermal ein kleiner Pop Up. Also nicht in Fischgrößen-Gedanken verlieren, sondern auf den Drill konzentrieren.

Ab durchs Kraut

Der Fisch schwimmt Schnurstracks in ein nahes Krautfeld und steckt plötzlich bombenfest. Geistesgegenwärtig lege ich die Rute ins Boot, gleite ins kühle Nass und taste mich langsam an der Schnur heran. „Da!“, ich ertaste im Krautdschungel den Schlagschnurknoten und kämpfe mich Stück für Stück etwas Größerem entgegen. Schließlich gibt das Krautfeld einen großen Krautbatzen frei, der hoffentlich meinen Fisch beinhaltet. Ich fackel nicht lange rum und bugsiere das Kraut samt Inhalt mit einer Hand in meinen Kescher, während ich mich am Boot festhalte.

Guter Fisch!

Erst am Ufer wird klar, dass mir hier ein wirklich guter Fisch ins Netz gegangen ist. Bei 20 Kilo und drei Strichen pendelt sich der Zeiger ein – Bingo, so kann man ein Frankreich-Abenteuer doch gebührend beenden. Auf bald!

Das von David angesprochene Frankreich-Video gibt’s hier zu sehen

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Viel Spaß beim anschauen und Euch eine gute Zeit am Wasser!

David Rosemeier
Team P.R. Baits